Dienstag, 15. Oktober 2019

Wie geht es weiter?

Unser letzter Blogeintrag ist mittlerweile über ein Monat her!
Im Vorfeld unserer Reise haben wir gesagt, dass wir euch mit regelmäßigen Uptades an unseren Abenteuern teilhaben werden lassen.
In den letzten Monaten hat sich einiges getan, was leider dazu geführt hat, dass wir nicht mehr in der Lage waren dieser Anforderung gerecht zu werden.
Wir haben viele Nachrichten bekommen, ob wir unsere Reise abgebrochen haben und ob es uns etwas passiert ist.
Viele der treuen Leser verfolgen uns ausschließlich über diesen Blog und nicht via Instagram. Dadurch haben wir viele Leute im Unklaren über unsere derzeitige Situation gelassen. Dafür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen, es war ein Fehler von uns nicht schon viel früher eine Erklärung über die jüngsten Ereignisse abzugeben.

Bevor ich zu weiteren Erklärung komme möchte ich gleich mal erwähnen, dass wir unsere Tour NICHT abgebrochen haben und es uns gut geht. Wir sind natürlich auch nicht mehr in Usbekistan sondern haben uns mittlerweile in den Osten Chinas durchgeschlagen.

In China sind wir das erste Mal so richtig an unsere mentalen Grenzen gekommen, wenn nicht sogar darüber hinaus. Schon ab dem ersten chinesischen Grenzposten war uns klar, dass von nun an die "Uhren anders ticken" (und zwar nicht nur zeitlich). Wir wussten, dass speziell der Westen Chinas ein hartes Pflaster für Ausländer ist. Das es aber so hart wird, hat sich jedoch keiner von uns vorstellen können. Die Polizeisituation und die komplette Überwachung hat sich so zugespitzt, dass wir keine Minute auf unseren Rädern genießen konnten. Das tägliche "in die Pedale treten", was uns die ganze Reise über immensen Spaß bereitet hat, wurde auf einmal zur Belastung. Weil uns die Polizei mehrfach "genötigt" hat bis tief in die Nacht weiterzuradeln, hatten wir chronischen Schlafmangel und wurden richtig paranoid. Zu dieser Zeit hatten wir beide die Gedanken einfach alles hinzuschmeißen und aufzugeben. Das war der absolute Tiefpunkt der bisherigen Tour...
Das Letzte an das wir in dieser Zeit gedacht haben waren unsere social media Aktivitäten, die waren uns komplett egal. Wir mussten unsere ganze Kraft aufwenden um nicht völlig verrückt zu werden und hatten überhaupt keine Lust zu schreiben.

China! Die bisher härteste Zeit auf unserer Reise!

Durch den Beitrag im ORF, der am Abreisetag ausgestrahlt wurde, sind unglaublich viele Menschen auf unser Projekt aufmerksam geworden und verfolgen uns seitdem. Dadurch, dass die Leserschaft mittlerweile relativ groß geworden ist haben wir uns selber Druck aufgebaut, wenn zuviel Zeit zwischen den Einträgen verstrichen ist. Die Kombination aus den beiden Umständen hat uns in jüngster Vergangenheit die Freude am Schreiben genommen. Das ist aber das Letzte was wir wollen! Wir möchten diese, in unserem Leben einzigartige Reise, genießen und uns nicht gezwungen fühlen Beiträge zu erstellen.
Daher haben wir beschlossen nur noch Einträge zu veröffentlichen, wenn wir richtig Bock haben. Wir denken, dass das auch im Sinne der Qualität der Posts ist. Keine Ahnung wann man wieder von uns lesen wird. Vielleicht schon bald, eventuell aber auch erst nach Ende unserer Reise.

Wir hoffen, dass ihr dafür Verständnis habt!
Auf Instagram sind wir nach wie vor aktiv und werden es auch bleiben ;)
Mittlerweile sind wir schon seit längerem im freien Teil Chinas (sofern man sich in China frei fühlen kann) und haben die Freude am Radeln wiedergefunden. Am 20. November läuft unser Visum aus, dann wartet mit Korea auch schon das nächste Land auf uns. Die Reise geht weiter....


Liebe Grüße aus Wuhan, China
Fabio und Elias

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Samstag, 24. August 2019

Kein Wasser in der Wüste!

An Tagen an denen wir die Grenze übertreten, sind wir beide immer etwas angespannt, aber im positiven Sinne. Zum einem bedeutet es, dass wir wieder ein Stück weiter gekommen sind und zum anderen ist es die Aufregung wie uns die Grenzbeamten behandeln werden.
So ist es auch heute als wir uns auf die Räder schwingen und die letzten 10 Kilometer zur Grenze radeln. Beim ersten Checkpoint angekommen treffen wir auf einen 62 jährigen pensionierten Bankdirektor aus England, der in nur neun Monaten einmal um die Welt radeln will, sein Tagesschnitt liegt bei mindestens 150 Kilometern. Einfach unglaublich auf welche Leute man alles trifft während so einer Reise. Wir beschließen die "Prozedur" der zahlreichen Kontrollen zusammen zu absolvieren. Wieder mal wird uns bewusst welche Vorteile ein europäischer Pass mit sich bringt, wir werden von einem Soldaten an der langen Schlange der Passkontrolle direkt zur Zollkontrolle geführt. Es fühlt sich irgendwie komisch an, die anderen Leute starren uns an und ich weiß nicht, ob sie uns das übel nehmen, dass wir bevorzugt werden. Auch beim Zoll werden wir an der wartenden Schlange vorbeigeführt, ohne das irgendwer unsere Taschen kontrolliert, wir umrunden einfach den Bodyscanner. Wirklich komisch so bevorzugt zu werden, ein Foto wird gemacht und die Ausreise ist geschafft! 
Während wir unsere Räder zur usbekischen Seite schieben klagt uns der Engländer sein Leid mit dem bevorstehenden Brexit. Die Leute in Großbritannien waren sich den Folgen nicht bewusst, die das Verlassen der europäischen Union mit sich bringen wird. Außerdem hat eine weitaus ältere Generation über den Köpfe der Jungen über dessen Zukunft entschieden.
"Ich möchte in den Blogeinträgen unpolitisch bleiben, aber in weiterer Folge unserer Reise werden wir viele Leute aus Großbritannien treffen, die alle den selben Ton anschlagen, wenn es um dieses Thema geht, deswegen halte ich es hier für erwähnenswert."

Wie schon auf der kasachischen Seite werden wir auch auf der usbekischen Seite an allen anderen Wartenden vorbeigeführt. Ein weiteres Mal interessiert sich der Zoll kein bisschen für unser Gepäck.
Bei der Einreise bekommen wir einen Informationszettel, auf dem steht, dass man sich innerhalb der nächsten 72 Stunden registrieren muss und alle 24 Stunden die Registrierung erneuert werden muss. Das wird automatisch von den Hostels und Hotels erledigt, für den Fall, dass man campen will gibt es eine Internetseite bei der man seinen Standpunkt angeben muss. Keine Ahnung wie das funktionieren soll, wir haben ja nicht immer Internet. Laut dem österreichischen Außenministerium ist es allerdings sehr wichtig sich jeden Tag zu registrieren, bei der Ausreise wird das nämlich kontrolliert. Wir beschließen, dass wir uns nicht allzu viele Sorgen machen, wenn bei der Ausreise ein paar Registrierungen fehlen wird das wohl nicht so schlimm sein. (hoffentlich)

wir sind in Usbekistan! 

Usbekistan empfängt uns mit gnadenloser Hitze und unendlicher Wüstenlandschaft. Gleich am ersten Tag unterläuft uns ein folgenschwerer Fehler, in der Hoffnung das in ein paar Kilometern ein weiteres Dorf kommt in dem wir unsere Vorräte auffüllen können, fahren wir am ersten Dorf nach der Grenze vorbei. Ziemlich dumm wie sich am nächsten Tag heraus stellt, denn schon zu Mittag geht uns das Wasser aus. Bei 38 Grad sitzen neben der Straße und verfluchen unsere Blödheit. Nach längerem Überlegen entscheiden wir uns dafür bis zur nächsten Stadt, Jasliq zu trampen. Wir haben schon öfters gehört, dass es ziemlich leicht sein soll in Usbekistan, dass es dann wirklich so problemlos abläuft, hätten wir uns nicht gedacht. Schon der zweite LKW hält an.

ein Schock für uns, kein Wasser! 

Zum ersten Mal erfahren wir die usbekische Gastfreundschaft, wir bekommen Essen und Wasser. Unsere zwei Fahrer kommen gerade aus St. Petersburg mit einer Ladung Bananen, ihr Ziel ist Khiva. So weit wollen wir allerdings nicht mitfahren, wir wollen ja nicht noch mehr schummeln, als wir es eh gerade machen. Nach dem wir eine knappe Stunde durch die Wüste gefahren sind, kommen wir in Jasliq an, ein winziges Dorf. Wir bedanken uns, wechseln Telefonnummern und steigen voller Freude aus. 
Unser Plan ist es nun, etwas zum Essen zu besorgen und an Geld zu kommen. Wir haben nämlich nur 100 Dollar für den Notfall und wollen uns usbekische So'm besorgen. Unsere wieder gelangte Motivation verfliegt sofort, als wir merken, dass Elias seinen Schlafsack im LKW vergessen hat. Zusätzlich gibt es weit und breit keinen Bankomaten. Unsere Stimmung ist komplett am Boden, gerade noch haben wir geglaubt all unsere Probleme sind gelöst und uns auf das Weiteradeln gefreut und jetzt das! Wie schon so oft auf der Reise wechselt sich unser Gemütszustand binnen weniger Sekunden, eine echte emotionale Achterbahnfahrt! Wir sind wirklich verzweifelt, die nächst größere Stadt, Nukus, liegt 280 Kilometer weit entfernt. Wir realisieren, dass wir erst hier an Geld kommen werden. Nachdem wir uns in Jasliq Essen kaufen und komplett abgezogen werden weil wir nur mit Dollar bezahlen können, beschließen wir ein zweites Mal zu trampen. Diesmal hält gleich der erste LKW, die beiden Fahrer binden unsere Fahrräder auf der Ladefläche fest und verstauen unser Gepäck. Auch sie geben uns Wasser und Brot. Die nächsten vier Stunden fahren wir durch die lebensfeindlichste Gegend, die ich je gesehen habe.

endlose Wüstenlandschaft 

Bis auf ein paar Sträucher kann man nichts in den endlosen Weiten erkennen, und das für mehrere Stunden. Ich habe den größten Respekt vor allen Radfahrern, die es hier geschafft haben durch zu kommen . Wir sind ziemlich müde, können aber gleichzeitig sehr gut entspannen, unsere zwei Fahrer sind sehr freundlich und vertrauensvoll, wir fragen uns wo sie uns wohl hinbringen werden.

zwei der super netten LKW Fahrer

Kurz nach Mitternacht halten sie den LKW neben einem sehr teuer aussehenden Hotel. Wir sind mittlerweile aber schon so müde und fertig, dass uns der Preis egal ist, wir wollen sowieso am nächsten Tag weiterziehen. Aber daraus wird nichts, als wir auschecken, sind wir noch so müde, dass wir uns nicht in der Lage fühlen weiter zu radeln. Über das Hotel WLAN buchen wir uns ein billiges Apartment in der Nähe des Hotels. Wir sind überglücklich als wir dort ankommen. Wir waschen unsere Wäsche und erledigen einige organisatorische Dinge.
Im Zimmer neben an, lebt Jan und Maryam von allbybike aus Berlin. Die beiden sind ebenfalls mit dem Rad unterwegs und wollen von Berlin nach Ulaanbaatar, in die Mongolei fahren. Sie sind schon seit zwei Tagen hier, am Nachmittag zeigen sie uns die Stadt und einen Geldautomaten. Am Abend gehen wir Essen. Wir beschließen, dass wir die Strecke bis nach Khiva gemeinsam fahren. Morgen um 8:00 geht's los. Elias sein Gepäck ist jetzt um das Gewicht seines Schlafsackes leichter, kein schönes Gefühl für ihn so weiter zu fahren...!

до скорого
Fabio


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Dienstag, 16. Juli 2019

Gastfreundschaft in Kasachstan

Als wir mit dem Essen fertig sind, gehen wir zu einem Einkaufszentrum um uns für die nächsten Tage mit Essen einzudecken.
Als wir gerade unsere Einkäufe in unseren Radtaschen verstauen, kommt eine Gruppe Männer auf uns zu. Erstaunt über unsere zwei Vehikel, wollen sie wissen was wir machen. Sie sind ziemlich erstaunt über unser Vorhaben und laden uns zum "Fastenessen"ein. So nennt man das gemeinsame Essen nach Sonnenuntergang während des Ramadan. Obwohl unsere Bäuche noch sehr voll sind und wir uns eigentlich kaum bewegen können, sagen wir zu. Wir verabreden uns für 20:30 bei einem Restaurant, Sonnenuntergang ist heute um 21:13. 
Als wir gerade durch die Stadt zum Treffpunkt fahren, hält ein recht teurer Wagen neben uns und Tallgat, der Fahrer, fragt uns im perfekten Englisch, ob wir für heute schon einen Schlafplatz haben. Wir verneinen. Er gibt uns seine Nummer und sagt wir sollen ihn anrufen, wenn wir mit dem Abendessen fertig sind. Erstaunt über so viel Gastfreundschaft fahren wir weiter, beim Restaurant angekommen werden wir auch schon erwartet. Eine Gruppe von circa 18 Männern und Frauen wartet schon sehnsüchtig auf den Untergang der Sonne. 

köstliche Speisen beim Fastenessen

In den nächsten 45. Minuten bekommen wir eine schnelle Stadtführung, durch das historische Zentrum von Atyrau. Besonders beeindruckt mich der Fluss, er teilt die Stadt in eine europäische und in eine asiatische Hälfte. Es ist komisch zu wissen dass 70 Meter neben uns ein anderer Kontinent beginnt.
Ich habe wirklich großen Respekt vor den Leuten, die den Ramadan durchstehen, sie trinken und essen nichts in der Zeit wenn die Sonne scheint und das für den Zeitraum eines ganzen Monats. Kranke, Alte, Schwangere und Kinder sind natürlich ausgenommen.
Mir fällt es schon schwer innerhalb der nächsten 45 Minuten nichts zu trinken, denn es ist ein echt heißer Tag. 
Das Abendessen ist wirklich wunderbar, es wird ein Gang nach dem anderen aufgetischt und zum zweiten Mal an diesem Tag schlagen wir uns den Bauch voll. 
Nach dem Essen rufen wir Tallgat an, er schickt uns seine Adresse und wir fahren zu ihm, mittlerweile ist es kurz nach 23 Uhr. Als er sich von uns verabschiedet und aus dem Appartement geht merken wir, dass er uns eine AirBnb Wohnung gemietet hat, wir dürfen die nächsten zwei Nächte in ihr wohnen. Mit dem haben wir nicht gerechnet, eine Wohnung ganz für uns alleine!
Die kasachische Gastfreundschaft erstaunt uns immer mehr!
Es tut gut eine kleine Pause einzulegen, wir erledigen einige organisatorische Dinge und entspannen etwas.

unser Gastgeber Tallgat in Atyrau 

Nach zwei erholsamen Tagen geht es weiter und zurück in die Wüste. Die Landschaft ist sehr eintönig, die Monotonie wird nur zeitweise von, der sich am Rande der Straße befindenten, ausgetrockneten Salzseen unterbrochen.
In Qulsary füllen wir unsere Wassertanks auf, insgesamt haben wir 35 Liter Wasser geladen. Laut unserer Karte soll nämlich die nächsten 200 Kilometer kein Dorf kommen und wir wollen nicht riskieren zu verdursten. 

endlose Weiten in Kasachstan 

Unsere Sorgen sind aber unbegründet, alle 40 - 50 Kilometer kommt immer wieder mal eine Tankstelle, die auf der Karte nicht sichtbar war. Vielen Leuten begegnen wir nicht, dafür aber umso mehr Kamelen. Die Nächte verbringen wir meistens auf dem ausgetrockneten Grund der Seen. Unser Ziel, Beineu, eine Stadt im Südosten des Landes rückt immer näher, am vorletzten Tag unserer Ankunft haben wir fast den ganzen Tag über Rückenwind, so erreichen wir unsere persönliche Bestmarke von 151 Kilometern.

einer der unzähligen ausgetrockneten Salzseen

Am nächsten Tag erreichen wir Beineu. Als wir gerade vergebens auf der Suche nach einem Bankomaten sind und verzweifelt unter einem Hausdach Schutz vor dem Regen suchen, sieht uns ein junger Kasache dem wir mit Händen und Füßen unser Bankomatenproblem erklären. Er bietet uns an, einen von uns mit seinem Auto zu einer Bank zu führen. Während Elias bei den Rädern wartet steige ich zu ihm in den Wagen. Zum zweiten Mal auf dieser Reise überkommt mich das Gefühl entführt zu werden, wir fahren irgendwelche schmalen Gassen entlang bis wir endlich vor einer Bank stehen, die Orientierung habe ich längst verloren. Der Automat funktioniert nicht...dieses Problem sollte uns in Zukunft noch häufiger begegnen, es scheint hier aber ganz normal zu sein, dass Bankomaten einfach nicht funktionieren. Der junge Mann ruft einen Kumpel an, der ihm sagt wo es eine weitere Bank gibt, zumindest glaube ich das, ich habe ja kein Wort verstanden und mein Fahrer spricht keinen Satz englisch. Diese Umstände tragen nicht unbedingt zu meiner Beruhigung bei. Wir fahren zu einer anderen Bank und endlich! Es klappt! Der Automat spuckt Geld aus. Knappe 25 Minuten später fahren wir wieder zurück zu den Rädern.
Elias war auch schon etwas unruhig und besorgt. Er dachte auch, dass ich entführt und ausgeraubt werde.

Mich ärgert es, dass ich dem Fahrer nicht von Anfang an vertraut habe. Ich ertappe mich immer öfters dabei, dass ich, obwohl ich mich als einen vorurteilsfreien Menschen sehe, anscheinend doch einige Vorurteile habe. 

Nachdem wir uns jetzt keine weiteren Sorgen um Geld machen müssen, haben wir uns ein Hotel gesucht. Eigentlich wollen wir am nächsten Morgen weiterfahren und Kurs auf die usbekische Grenze nehmen. Doch als wir die anderen Gäste im Hotel kennenlernen und beschließen gemeinsam Abendessen zu gehen, ist schnell klar, dass es nicht bei einer Nacht bleiben wird. 
Es freut uns sehr andere Reisende zu treffen und Erlebnisse mit ihnen zu teilen. Man trifft die unterschiedlichsten Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen.
Ab jetzt werden wir wohl öfters in den Genuss kommen anderen Abenteurern zu begegnen, denn Beineu gilt als Drehscheibe für Reisende. Hier treffen all jene, die die südeuropäische Route über Griechenland, Türkei, Georgien, Armenien, Aserbaidschan und dem Roten Meer nehmen auf diejenigen, die die Nordroute über Russland wählen. Da das Ziel der meisten die alte Seidenstraße ist kreuzen sich hier die Wege.
Die zwei Tage in Beineu sind schnell rum und so schwingen wir uns am Morgen des dritten Tages voller Vorfreude auf Usbekistan wieder auf unsere Drahtesel und fahren in Richtung Grenze! In einem Tag sollten wir dort sein...


до ско́рого!
Fabio

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Dienstag, 18. Juni 2019

Willkommen in Kasachstan!

Wir trinken also genüsslich unser „Gösser Bier“, bevor es am nächsten Tag an die kasachische Grenze geht. Kasachstan. Irgendwie sind wir mittlerweile echt schon weit weg...von Russland hört man immerhin noch regelmäßig in den Nachrichten, aber Kasachstan ist wahrscheinlich das erste richtig exotische Land auf unserer Reise.
Wir packen unsere Sachen und machen uns auf den Weg zur Grenze. Einige meinten, dass wir mit den Rädern die Grenze nicht überqueren dürften, da zwischen dem russischen und kasachischen Grenzposten eine zehn Kilometer lange neutrale Zone ist. Naja, wir werden unser Glück versuchen und vielleicht dürfen wir die Grenze ja mit unseren geliebten Gefährten überqueren. Nach ca 40 Kilometer kommen wir am russischen Grenzposten an. Die Grenzbeamten sind (wieder einmal) extrem nett und lassen uns nach einer kurzen Kontrolle weiter radeln! Nun befinden wir uns in dieser „neutralen Zone“, ca neun Kilometer vor Kasachstan. Ich habe ein extrem gutes Gefühl und freue mich wie ein kleines Kind auf dieses Land! Ich weiß jetzt schon, dass wir uns in Kasachstan extrem wohl fühlen werden...
Von weiten sehen wir auf einer Brücke zwei kasachische Grenzsoldaten, die uns mit einem breiten Grinsen und einem unglaubwürdigen Blick empfangen. Sie können es, glaube ich, nicht fassen, dass wir aus Österreich bis hier her mit dem Rad gefahren sind. Einer der zwei Grenzsoldaten fragt uns ob er ein Selfie mit uns machen kann, dies verneinen wir natürlich nicht!


Einer der zwei kasachischen Grenzsoldaten

Nach ca 20min sind wir endgültig in Kasachstan. Eine so schlechte Straße, dass wir mit unseren 17km/h LKW‘s (!!!) überholen, heißt uns in Kasachstan willkommen. Wir sind nun in der vollsten Einöde und kommen die nächsten Tage, trotz schlechter Straße super voran. Die ersten Kamele begegnen uns, neben der Straße und teilweise auch auf der Straße! Von gefühlt jedem Auto werden wir angehupt und in Kasachstan willkommen geheißen. Wir fühlen uns wie richtige Superstars, jeden Tag werden Fotos mit uns gemacht, wir werden angestarrt, als hätten sie noch nie ein Rad gesehen. 
Es scheint sich aber wieder ein Problem aufzutun. Wie immer bei Grenzübertritten haben wir keine lokale Währung dabei und bis zum nächsten, „angeblichen“ Bankomat sind es noch über 150km. Leider essen wir schon seit zwei Tagen nur Reis mit Salz...naja, da muss man durch! Wir entschließen uns dazu, Gas zu geben, damit wir möglichst bald zu Geld kommen. Mit Bankomatkarte zu zahlen funktioniert nur in den größeren Städten Kasachstans. Bankomaten sind ebenso Mangelware! In unserer westlichen Welt ist das garnicht mehr vorstellbar...
Nach einigen sehr intensiven Radltagen machen wir bei einer gedachten „Jausenstation“ Pause. Wir essen unseren Reis mit Salz und merken, wie fast jedes Auto stehen bleibt. Nein es ist keine „Jausenstation“ sondern eine „Gebetsstelle“! Aber niemanden stört unsere Anwesenheit, wir bekommen sogar etwas Essen und Wasser geschenkt! Nach ca zehn Minuten Pause kommt ein älterer, etwas zerbrechlich wirkender Mann uns setzt sich neben uns. Er beginnt ein Gebet aufzusprechen...ein sehr berührender Moment für mich. Mir wird bewusst, dass ich mittlerweile in einer ganz anderen Kultur bin.
Noch am gleichen Tag begegnen wir den ersten Radreisenden! Einem Pärchen aus Sankt Petersburg die sich auf den letzten Kilometern ihrer zweijährigen Radweltreise befinden! Eine weitere schöne Begegnung, zu wissen das wir nicht die einzigen sind die sich auf so eine Reise eingelassen haben.


Die Begegnung mit den zwei russischen Radreisenden


Das war aber nicht die einzige Begegnung, ca 250km vor Atyrau, die erste und auch einzige größere Stadt Kasachstan die wir durchqueren werden, fahren zwei Motorradfahrer mit einem österreichischen Kennzeichen an uns vorbei! Wir fuchteln mit Hand und Fuß und hoffen das sie anhalten. Sie halten an, wir können unser Glück nicht fassen! Hannes und Karola aus Weiz. Seit ca zwei einhalb Monaten hören wir wieder zum ersten Mal jemanden steirisch reden! Irgendwo in der kasachischen Steppe!



Hannes aus Weiz


Nach der Begegnung fahren wir wieder weiter, haben extremen Gegenwind. Ca 5 Minuten später haltet ein deutsches Wohnmobil an! Die zwei Herren kommen aus Münster und machen eine fünfwöchige Tour. Von steirisch zu hochdeutsch in nur fünf Minuten! Wir verstehen auch nicht wirklich was hier gerade abgeht. Na gut, nun sind wir schon eine Stunde auf der Straße und haben bisher genau vier Kilometer geschafft. Uns fehlen noch ca 25km bis zum Geldautomat. Der sollte sich nämlich im kleinen Dorf namens „Aqqystau“ befinden. Wir kommen komplett erschöpft im Ort an und machen uns auf die Suche nach dem Bankomat, finden tun wir ihn aber nicht. Letztendlich helfen uns zwei einheimische Jugendliche. Endlich sind wir wieder im Besitz von Geld! Die darauffolgende Pause ist für uns beide eine sehr geschmacksintensive! Endlich wieder Schokolade, Käse, Wurst, Brot...herrlich! Wir fahren fast jeden Tag um die 90 Kilometer um so schnell wie möglich in Atyrau anzukommen. Hier gibt es halt wirklich nichts, außer Strommasten, Kamele und endlose Weiten. 



Die endlosen Weiten in Kasachstan


Die letzten Kilometer nach Atyrau begleitet uns ein heftiger Sturm! Seiten und Gegenwind. Wir können teilweise garnicht mehr fahren, sondern müssen schieben. Wir stellen unser Stativ auf um einige Fotos zu machen und aufeinmal kippt das Stativ inklusive Kamera um. Unser Objektiv ist kaputt...nun haben wir nur noch eines, und dies ist nur für landschaftliche Aufnahmen gedacht. Für die letzten 35km nach Atyrau brauchen wir auch noch über drei Stunden, als wäre die Situation nicht eh schon beschissen genug. Komplett entkräftet kommen wir in Atyrau an und machen uns auf die Suche nach einem Restaurant um etwas runterzukommen.




Trotz der anstrengenden letzten Tage verloren wir unseren Grinser nicht! 


хош бол

Elias

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Montag, 10. Juni 2019

Erste Härteproben

Nachdem wir einige Tage in Wolgograd verbracht haben ist es jetzt wieder Zeit weiter zu fahren. Wir haben nicht wirklich Ahnung was uns die letzten knappen 450 Kilometer entlang der Wolga bis nach Astrachan erwarten wird.
Auf den Bildern von Google Maps sieht alles sehr grün und saftig aus.
Als wir gerade packen kommt unser Gastgeber zu uns ins Zimmer gibt uns ein großes Sackerl voll mit Proviant und sagt uns, dass er eine Freundin in Astrachan hat, bei der wir übernachten können. Als wäre das nicht schon toll genug schreibt uns diese wenig später, dass sie Bekannte in Akhtubinsk, einer kleinen Stadt zwischen Wolgograd und Astrachan, hat, die wir ebenfalls besuchen können.

Begleitet von unseren Gastgebern Yury und Alex fahren wir über die sieben Kilometer lange "Wolgograd Brücke" auf die andere Seite der Wolga und hinaus aus der Stadt.

auf nach Astrachan! 

Schon im Vorfeld haben wir erfahren, dass es entlang der Wolga von Schlangen nur so wimmeln soll. Da Schlangen nicht gerade zu meinen Lieblingstieren zählen, fahre ich mit einem mulmigen Gefühl los. Es dauert auch nicht lange bis wir das erste tote Tier am Straßenrand sehen. Das sollte sich, wie ich in den kommenden Tagen erfahren werde, auch bis Astrachan nicht mehr ändern.
Da wir ja planen einen Zwischenstopp in Akthubinsk zu machen, wählen wir die Strecke links neben der Wolga, sie ist zwar etwas länger, dafür aber nicht so stark befahren wie die E119 auf der anderen Seite.
Nach nur zwei Tagen kommen wir in Akthubinsk an. Kurz vor der Stadt, als wir gerade Halt machen wollen um unseren Gastgebern zu schreiben wo genau wir denn hin müssen, fängt es auf einmal an zu regnen. Aber es ist kein gewöhnlicher Regen! Es schüttet wie noch nie zuvor, binnen weniger Sekunden sind wir klatschnass! Das Wasser rinnt uns in Strömen über das Gesicht und mindert unsere Sicht, die Regentropfen prasseln mit einer solchen Wucht auf uns herab, dass es sich anfühlt wie tausende Stiche im Rücken. Wir fahren noch circa fünf Minuten bis wir eine Tankstelle finden, bei der wir uns unter stellen und Schutz suchen. Es gibt keine trockene Stelle mehr an unseren Körpern, es ist als wären wir in voller Montur in einen See gesprungen.
Nach insgesamt zwanzig Minuten ist der ganze Spuk aber auch schon vorbei und die Sonne strahlt wieder vom Himmel. Im großen und ganzen war es eine angenehme Abkühlung.
Unsere Gastgeber holen uns mit dem Auto an der Tankstelle ab und wir fahren Ihnen hinterher, leider haben wir im Durcheinander des Regens unseren Stick für die Action Kamera verloren. Das ist ziemlich ärgerlich, jetzt müssen wir irgendwo einen neuen auftreiben.
Nach einer Dusche erkunden wir, begleitet von unseren Gastgebern Mary und Maxim die kleine Stadt Akthubinsk.

das Rathaus von Akthubinsk 

ein Denkmal für verstorbene Militärpiloten

Am Abend will Mary uns einen kleinen Vorgeschmack auf Tokyo geben und bestellt bei einem japanischen Restaurant Sushi. Dazu gibt es Wein, sehr lecker!

Mary und Maxim


Der nächste Morgen beginnt mit einer weiteren Überraschung, Maxim und Mary sind selber begeisterte Radler und besitzen ein kleines Sportgeschäft, Maxim bietet uns an unsere Räder einem kleinen Service zu unterziehen und sie auf Herz und Nieren zu untersuchen. Dieses Angebot nehmen wir natürlich dankend an.

Maxim bring unsere Räder auf Vordermann 

Gegen 11 Uhr am Vormittag geht es aber auch schon weiter. Wir haben ja nur ein 30 Tages Visum und wollen nicht am eigenen Leib herausfinden was passiert, wenn man es selbständig "verlängert".

Die nächsten Tage sind wir sehr gut unterwegs, wir fahren zwischen 80 und 100 Kilometern am Tag. Es ist fantastisch zu sehen wie sich die Landschaft immer mehr verändert. Die von uns gewählte Route, links neben der Wolga hat zum Nachteil, dass sie sich immer wieder vom Fluss entfernt und uns ins heiße und vertrocknete Steppengebiet  führt.
Erstmals auf der Reise tritt die Situation ein, dass wir in alle Richtungen nichts als Steppe sehen.
Neben den unzähligen toten und auch lebenden Schlangen, die wir Tag täglich sehen wird die immer größer werdende Hitze zu meinem zweiten Problem. Gnadenlos brennt die Sonne auf uns herab, es gibt kaum Möglichkeiten im Schatten Schutz zu suchen. Ab und an haben wir das Glück zur Mittagszeit ein Bushaltestellenhäusschen zu finden, dann machen wir immer eine längere Pause und verbringen die heißesten Stunden des Tages schlafend.

eine typische Mittagspause 

Oft ist es jedoch so, dass man vergebens nach Schatten Ausschau hält, so fahren wie auch in der größten Hitze. Der leichte Fahrtwind, der uns umweht  macht die Zeit am Rad erträglicher als das Nichtstun in der prallen Sonne.
Am zweiten Tag nach Akthubinsk ist es so schlimm, dass ich gegen späten Nachmittag Kopfschmerzen bekomme, wir halten an und bauen das Zelt auf. Wir sitzen beide ganz benommen im zwei Quatratmeter kleinen Zeltschatten und warten darauf, dass es kühler wird. Elias erzählt mir, dass auch er schon des öfteren Hitze bedingte Kopfschmerzen hatte. Nach zwei Stunden schaffen wir es endlich mit dem Kochen zu beginnen. Es gibt Buchweizen mit Gemüse!
In Wolgograd haben wir unseren Gasvorrat aufgestockt, wir werden jetzt wieder öfters kochen.
Nach insgesamt fünf Tagen fahren wir nun endlich in Astrachan, der letzten Stadt in Russland ein. Es ist komisch, wenn man keine Unterkunft in Aussicht hat verdrängt man den Gedanken an eine Dusche und fährt gut und gern zehn, elf Tage durch, wenn man aber weiß, dass einen in zwei drei Tagen eine Dusche erwartet ist der letzte Tag unerträglich, man fühlt sich ungemein schmutzig und kann es kaum erwarten sich zu waschen.
Mit der Dusche im Hinterkopf schlängeln wir uns durch das Verkehrschaos bis zur Wohnung von Jylia, unserer Gastgeberin.
Mit einem Essen werden wir herzlichst von Jylia empfangen, sie und vierjähriger Sohn wohnen in einem Hochhaus am Rande der Innenstadt von Astrachan. Ihr Mann kommt nur alle zwei Monate nach Hause, da er auf einer Ölplattform im kaspischen Meer arbeitet.

eines der vielen köstlichen russischen Mahlzeiten 

Die Zeit in Astrachan nützen wir um einige Erledigungen und um etwas Sightseeing zu  machen. Besonders der weiße Kreml sticht hervor und wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben, ein wirklich eindrucksvolles Gebäude.

der weiße Kreml 

Am zweiten Tag treffen wir Mary und Maxim wieder, sie sind für einen Geschäftstermin kurzfristig nach Astrachan gefahren. Gemeinsam erkunden wir die, noch für uns unbekannten, Ecken der Stadt und gehen Kaffee trinken.
Am Abend kaufen wir dann auch noch einen, von uns schon sehr vermissten, Stick für unsere Action Kamera.

Am Nachmittag des nächsten Tages geht es für uns auch schon weiter zur kasachischen Grenze. Es sind noch um die 70 Kilometer zu fahren, wir planen bis kurz vor die Grenze zu radeln und morgen dann in das sechste Land auf unserer Reise einzureisen. Als wir am Abend in einem Mini Markt unsere Essensvorräte auffüllen, sehen wir ein österreichisches Bier im Kühlregal stehen! Man fährt mehrere tausende Kilometer von der Heimat weg und plötzlich sieht man österreichisches Bier, und das mitten in der Pampa. Ein sehr surrealer Moment für uns beide!
Normalerweise kaufen wir nur lokale Produkte ein, aber in diesem Fall können wir nicht anders und "sündigen".
Als am Abend die Sonne untergeht trinken wir das Bier und denken darüber nach wie weit wir schon gekommen sind und was uns wohl noch alles erwarten wird.

Wenn du das auch wissen willst freue dich auf den nächsten Blogeintrag.


до скорого
Fabio

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Sonntag, 12. Mai 2019

850km - von der russischen Grenze bis nach Wolgograd

Nach fünf Nächten in Kharkiv ging es nun endlich wieder weiter Richtung russischer Grenze. Ebenso wie Fabio, freute ich mich wieder extrem auf das Weiterfahren! Immer öfters, wenn wir für einige Tage in einem Hostel sind, oder eingeladen werden, merke ich, wie mir das Zelt und das abenteuerliche Leben abgeht. Für mich ist unser alltägliches Fahrradleben jetzt schon das normalste auf der Welt. Jeden Abend neue Zeltplätze zu finden, jeden Tag zu hundert Prozent ausnützen! Das bedeuted für mich wirklich zu leben! Nun ist aber Schluss mit der Reiseromantik...! Nach Kharkiv verbrachten wir noch eine Nacht im Zelt, damit wir gegen Mittag des 27.05 an der russischen Grenze ankommen. Eine genaue Punktlandung! Denn unser russischen Visum ist vom 27.05 bis 26.06 gültig. Wir waren beide komischerweise sehr entspannt und hatten auch ein gutes Gefühl. Was soll denn eigentlich passieren?! Wir haben ein russischen Visum und noch dazu ist es eine internationale Grenzstation, daher sollte es kein Problem sein mit dem Rad einzureisen. Also fuhren wir ca 30km bis zur Grenze. Als wir mit den Rädern anrollten, sahen wir einen kilometerlangen Stau! Wir konnten es gar nicht glauben. Es war absolutes Neuland für uns. Solche Grenzen sind wir (Gott sei Dank) in der europäischen Union nicht gewohnt. Wir schlängelten uns bei den Autos vorbei, bis wir von einem ukrainischen Polizisten auf die Fußgängerzone gewiesen wurden. Die erste lange Wartezeit begann...ca 1:30 Stunde warteten wir bei der Passkontrolle (wohlgemerkt noch auf der ukrainischen Seite!). Danach ging es zwischen Zäunen weiter Richtung russischen Grenzposten. Abermals warteten wir ca 45min bis wir unser Einreiseformular bekamen und weiterdurften. Ein letztes Mal warten durften wir auch noch! Bis wir die Passkontrolle hatten, verging ca eine weitere Stunde. Nach der Passkontrolle folgte der letzte Akt und zwar die Zollkontrolle! Ein sehr unmotiviert blickender Grenzbeamte schaute kurz in unsere Taschen und winkte uns durch. Somit waren wir nun wirklich, mit dem Rad in Russland! Unvorstellbar. Als wir unsere Räder durch das Zollgebiet schoben, überlegten wir, wielang man ca als Autofahrer an der Grenze verliert. Bei uns waren es gute drei Stunden und das ist im Verhältnis wahrscheinlich extrem kurz! Über die LKW Fahrer will ich garnicht schreiben, sie verlieren wahrscheinlich Tage...
Wir entschieden uns dazu weitere 50km bis nach Belgorod zufahren um dort essen und Wasser zukaufen. Es ging sehr gut dahin! Die russischen Straßen sind in einem sehr guten Zustand. Die weiteren Tage, ging es bei nicht so gutem Wetter, weiter Richtung Woronesch. Langsam gewöhnten wir uns auch an die größeren Distanzen, die in Russland herrschen. 500km sind ein Katzensprung!


Einer der vielen Autostraßen in Russland

In Woronesch angekommen, entschlossen wir uns, eine russische Sim-Karte zukaufen, damit wir auf den sozialen Netzwerken aktiv sein können. Das Wetter blieb leider weiterhin nicht wirklich gut. Ab Woronesch ging es nach Borissoglebsk. Nun wurde das Wetter auch immer besser. Wir kamen wirklich sehr gut voran. Im Durchschnitt fuhren wir ca 75km. Ein Tag, bevor wir in Borissoglebsk ankommen sollten, entschlossen wir uns die 100km Marke zu überbieten. Keine Ahnung wieso, aber es war von Anfang an ein kleines Ziel diese Marke zu erreichen. Und wir knackten sie auch! 102km standen am Ende des Tages auf unserem Tachometer. Wir waren extrem glücklich, aber auch sehr erschöpft! 


Ein kurzes Pausenschläfchen darf natürlich auch nicht fehlen!

Als wir unser russisches Visum beantragten, mussten wir ebenfalls ein paar Städte angeben durch die wir fahren werden. Wir haben damals aber eine andere Route angegeben. Und diese „offizielle Route“ haben wir in Borissoglebsk verlassen. Wir haben Rücksprache mit unserer „Visa Agentin“ gehalten und sie meinte es sei kein Problem. So entschlossen wir uns, weiter nach Wolgograd zufahren! Die Veränderung der Landschaft fiel uns langsam auch schon auf. Von typisch russischen Wäldern zu beginnenden Steppengebieten und endlosen Weiten. 


Einer von vielen unglaublich schönen Abenden

Der Sommer kehrte nun endlich auch ein. Kurzärmeliges Leiberl und kurze Hose konnten wir uns sparen, da wir sonst sofort einen Sonnenbrand hätten. Ich tat mir die letzten Tage vor Wolgograd etwas schwer. Meine Oberschenkel und Knien schmerzten...nun wurde mir wieder bewusst, dass ich eigentlich seit zwei Monaten nur am Rad sitze. Aber zur rechten Zeit kamen wir in Wolgograd an! Als wir beim Fahrradladen in Kharkiv waren, meinte ein Mitarbeiter, dass er einen Freund in Wolgograd habe und wir eventuell bei ihm ein paar Nächte verbringen könnten. Diesem Freund, namens Alex schrieben wir. Wir kamen beim geplanten Treffpunkt in Wolgograd an und irgendwie war das für uns etwas komisch, weil wir vor einem ziemlich luxuriösem Haus standen. Alex empfing uns und meinte wir können uns frisch machen und danach würde er mit uns in die Stadt fahren um ein paar Dinge zu besorgen. Dies machten wir dann auch...mit einem Chauffeur und einem sehr noblen Mercedes fuhren wir durch die Stadt. Die Stadt war voll mit tausenden von Menschen. Der neunte Mai ist ein Feiertag in Russland, dabei wird der Sieg des zweiten Weltkriegs gefeiert. 


Die Statue Motherland!





'The eternal fire'!





Mittlerweile erfuhren wir auch, dass das Haus ein „Officehaus“ ist. Es wird also nur darin gearbeitet, richtig wohnen tut hier niemand. 



Hier sind wir zurzeit untergebracht


In der Stadt trafen wir dann den Chef der Firma, Yuri. Er erzählte uns viel über die Geschichte der Stadt, wir gingen ins Museum und als Draufgabe fuhren wir noch mit seinem Motorboot ca 1 Stunde auf der Wolga! 



Bootsfahrt auf der Wolga


Ein unglaublicher Tag! Wir taten uns schwer, dies alles zu realisieren. Daraufhin beschlossen wir auch bis Montag hier zu bleiben, denn Alex meinte, dass wir solange hier bleiben können wie wir wollen. Nun erledigen wir wieder einige organisatorische Dinge, werden ein wenig entspannen, bevor es weiter Richtung Astrachan und Kasachstan geht!

Do tekh por!

Elias




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Mittwoch, 1. Mai 2019

"Zwangspause" in Charkiv

Nikolay, unser "Kontaktmann" aus Charkiw ließ auch nicht lange auf sich warten. Er begrüßte uns mit einem breitem Grinser im Gesicht und mit dem Handy in der Hand. Er kann, leider wie so viele seiner Landsmänner, kein Englisch. Deswegen musste wieder mal "google translate" als Kommunikationshilfe herhalten. Er brachte uns zu einem sehr neuen und feinen Hostel und bezahlte uns die erste Nacht. Unglaublich! Damit hatten wir nicht gerechnet! Er wartete in der Lobby auf uns, während wir seit 14 Tagen das erste Mal in den Genuss einer Dusche kamen, es war herrlich! Ich fühlte mich schon so dreckig und ekelhaft, ich konnte mich schon selber riechen. Ich glaube, wenn man selber bemerkt, dass man stinkt ist es wahrscheinlich schon ziemlich schlimm. Frisch geduscht wurden wir von Nikolay, seinem Halbbruder, seinem Bruder und dessen Freundin empfangen. Zu sechst fuhren wir mit einem fünf Mann Auto in die Innenstadt um etwas zu essen. Nikolay's Bruder war Polizist und konnte sehr gut Englisch, was die Kommunikation natürlich erheblich vereinfachte. Nach dem Essen halfen sie uns bei den Sachen die wir noch zu erledigen hatten. Sie zeigten uns ein Radgeschäft, bei dem wir in den nächsten Tagen einen neuen Reifen kaufen sollten und fuhren mit uns zum Baumarkt, wo wir uns eine Unterlage für unser Zelt besorgten. Im Gegensatz zu den österreichischen Baumärkten war Personal anwesend und wir wurden gut beraten. Nachdem alles erledigt war, fuhren wir gemeinsam in den "Gorki Park", ein sehr bekannter Park in Charkiw in dem es Sportplätze, einen Vergnügungspark und des öfteren Konzerte gibt.


wir mit Nikolay's Familie 

die Hauptallee im Gorki Park 

Nach circa einer Stunde verließ uns Nikolay's Bruder und dessen Freundin und wir gingen mit Nikolay und seinem Halbbruder zu Fuß weiter. Wir spazierten noch bis in die Abendstunden in der Stadt herum, ehe wir uns in ein Lokal setzten. In dieser Bar war es üblich, dass man zum Bier einen getrockneten Fisch dazu bekam. Da ich generell ein großer Fan von allen Fischen bin, war ich sehr begeistert von dieser Tradition. Nikolay erklärte uns, dass das keine Seltenheit ist und viele Ukrainer getrockneten Fisch zum Bier essen. 


frisch geduscht in der Bar 

zu jedem Bier ein Fisch 

Als es schon nach Mitternacht war, fuhren wir mit der U-Bahn zurück zu unserem Hostel.
Als ich von einer weiteren Dusche zurückkam, sah ich Elias wie er von mehreren Leuten umringt war, denen er die Geschichte unserer Reise erzählte. Anhand der Weltkarte die im Aufenthaltsraum des Hostel hing, zeigte er ihnen die Route. Das tolle am Hostel war, dass (bis auf die Angestellten) jeder Englisch sprach. Ich glaube ich kann sagen, dass wir in den fünf Tagen die wir dort verbracht haben, mehrere neue Freunde kennengelernt haben. Das spannendste aber an solchen Unterkünften sind die Menschen die man trifft. Da war zum Beispiel Mohammed, ein 35 jähriger Programmierer aus Somalia, der von dort aus arbeitet wo es ihm gerade am besten gefällt, oder der 23 jährige Dennis aus der Nähe von Kiev, der ohne viel Geld nach Charkiv zog um hier sein Glück zu versuchen. Mit Abstand der "verrückteste" war aber Manuel, ein 30 jähriger gelernter Landwirt aus der Schweiz, der in seiner Heimat ein paar Sätze russisch gelernt und sich ein Zugticket nach Charkiv gekauft hat, um irgendwo in der Ukraine einen Bauernhof aufzumachen. Zwei Tage bevor wir Charkiw verlassen haben ist er zurück nach Lwiw gefahren, weil er dort ein Praktikum auf einem Hof gefunden hat und er sich bezüglich einer längeren Aufenthaltsgenehmigung erkundigen möchte. Mir taugt es immer, wenn ich Leute treffe, die einen etwas anderen Weg in ihrem Leben wählen. Die Geschichten und Erlebnisse von solchen Menschen inspirieren und motivieren mich sehr.
Ein Umstand der mir seit Anbeginn unserer Reise immer wieder auffällt ist der, dass viele Leute der Meinung sind Österreich sei das perfekte Land schlechthin. Als ich Nikolays Bruder fragte warum es verboten sei im "Gorki Park" am Boden zu sitzen, antwortete er mir, dass die Ukrainer, im Gegensatz zu den Österreichern, ihren Müll nicht mitnehmen, wenn sie wieder gehen. Ich muss echt schmunzeln bei dem Gedanken, dass er einmal an einem warmen Sommerabend in den Grazer Stadtpark geht und bemerkt, dass die Österreicher doch nicht soo reinlich sind wie er glaubt.
Ein weiteres lustiges Beispiel war Dennis. Als wir Kaffee trinken waren, fragte er mich, ob ich weiß warum die Stühle im Gastgarten zusammengekettet sind. Ich erwiderte: "damit sie nicht gestohlen werden, gleich wie in meiner Heimatstadt". Dennis wollte mir nicht glauben, dass auch österreichische Cafés über die Nacht ihre Stühle gegen Diebstahl sichern, er dachte das sei typisch ukrainisch. Er war tatsächlich der Meinung, dass in Österreich niemand klaut. Das waren jetzt nur zwei Beispiele, uns sind aber während der Reise schon oft ähnliche "Vorurteile" untergekommen. Ich weiß nicht warum und woher die Leute so ein realitätsfernes Bild von Österreich haben, aber es ist auf jeden Fall witzig, wenn man ihnen erklärt, dass es doch nicht so ist.
Die nächsten Tage in Charkiw hatten wir viel organisatorisches zu erledigen. Wir sicherten unsere ganzen, bisher auf den Kameras gespeicherten, Video und Fotodaten, beantworteten Emails und schrieben Blogeinträge. Da ich einen Socken verlor und ein weiterer mittlerweile zuviele Löcher hatte, kaufte ich mir zwei neue Paare. Wir fuhren zum Fahrradladen und rüsteten unsere Reifen auf ein stärkeres Modell um. Es war nicht unbedingt nötig, aber wir wollten auf Nummer sicher gehen und uns zukünftigen Ärger mit häufigem Schlauch picken ersparen.


die Fahrradladen Crew 

die neuen Reifen sind da! 

Auch unser technisches Equipment stockten wir ein wenig auf, ein Stick für unsere Action Kamera und zwei Kopfhörer vervollständigen jetzt unsere Ausrüstung. Die fünf tägige Zwangspause bis zu unserem russischen Visum kam uns also gar nicht so ungelegen. Als Außenstehender glaubt man gar nicht an was man alles, zusätzlich zum Radeln, denken muss.
Den letzten Abend verbrachten wir wieder mit Nikolay. Zusammen mit seinem Freund Roma zeigte er uns einen, uns noch unbekannten, Stadtteil. Wir gingen am Fluss..entlang und tranken Bier. Ein sehr schöner und toller letzter Tag. Obwohl ich mich in Charkiw sehr wohl fühle, freue ich mich jetzt schon auf die Weiterfahrt und auf mein Bike! Mein Rad, die Straße und meinen Schlafsack vermisse ich nämlich schon! 

Бувай
Fabio


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Donnerstag, 25. April 2019

Durch die Ukraine bis nach Kharkiv!

So schwer uns der Abschied von unseren Gastgebern auch fiel, freuten wir uns extrem auf‘s weiterfahren! Endlich wieder unser normales „Fahrradleben“ zu führen. Noch am ersten Abend im Zelt, konnten wir uns nicht davon abhalten den selbstgebrannten Wodka zu probieren. Aus unseren Kaffetassen tranken wir Stamperl für Stamperl bis die Flasche letztendlich fast leer war.

Der Beginn eines sehr lustigen Abends

Was soll ich sagen...so sehr wir uns auf das Weiterfahren freuten, waren wir am nächsten Tag nicht wirklich in der Lage „endlich“ wieder richtig Vollgas zu geben. Erst um 16 Uhr machten wir uns, etwas wackelig, auf den Weg Richtung „Bershad“. Wir schafften an diesem Tag stolze 15 Kilometer!
Am nächsten Tag begann dann nun wirklich wieder unser normaler Rhythmus. Nur mit einem Problem. Ich hatte leichte Halsschmerzen und merkte, dass ich nicht ganz fit war. Das Wetter schlug ebenso um. Nach mehreren schönen Tagen wurde es nun deutlich kühler und düsterer. Tag für Tag fühlte ich mich kränker, zusätzlich machte ich mir ständig Sorgen, ob wir es eh bis zum 27. April zur russischen Grenze schaffen werden (der Beginn unseres russischen Visum). Die darauffolgenden Tage waren ein regelrechter Krampf für mich. Der Wind wurde immer stärker und erschwerte die Situation umso mehr. Jeder Kilometer fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an. Doch ich biss mich durch! Wir fuhren jeden Tag um die 70 Kilometer, über „Uman“ und „Oksanino“ machten wir uns auf den Weg Richtung „Kropyvnytskyi“.
Das Wetter blieb leider weiterhin schlecht, doch meine Verkühlung wurde Tag für Tag besser!
Wir fühlten uns vom ersten Tag an extrem wohl in der Ukraine! All jenen denen wir begegnet sind, waren extrem nett und interessiert an unserer Reise. Immer häufiger wurden wir nach Fotos gefragt. Wir bemerkten, dass wir mittlerweile schon echt auffielen, in Form unseres Aussehens und natürlich mit unseren, doch sehr bepackten Rädern. Gegen Ende eines Tages wollten wir an einer Tankstelle Wasser auffüllen. Sofort kam der Besitzer der Tankstelle zu uns, er war erstaunt und fasziniert von unserem Vorhaben. Wir bekamen von ihm einen heißen Tee, zwei Flaschen Wasser und eine Flasche Cola und das gratis! Von einer weiteren Frau bekamen wir Joghurt und zwei Bananen. Immer wieder schön zu sehen wie gastfreundlich und hilfsbereit Menschen sein können!
Meine Verkühlung schüttelte ich nun endlich komplett ab, doch das Wetter blieb weiterhin schlecht. Wir ließen uns davon aber nicht beeindrucken und fuhren nun jeden Tag um die 80 Kilometer. Wir machten uns weiter auf den Weg Richtung „Kremenchuk“. Es folgten einige sehr nasse und regnerische Nächte, eigentlich die ersten auf unserer Reise! Am Anfang war es noch etwas komisch und nicht wirklich erholen, wenn man in einem halbnassen Zelt lag. Doch wir gewöhnten uns recht schnell daran!

Einer von vielen traumhaften Zeltplätzen!

Meine Oberschenkel spürte ich auch immer mehr. Die ersten Kilometer an einem neuen Tag, oder das „wieder auf’s Rad setzten“ nach einer Pause, war/ist schon besonders zach! Na gut, dies gehört nun mal auch zu so einer Reise.
Wir hielten unseren Schnitt von um die 80 Kilometer und schon bald wurde uns bewusst, dass wir es doch noch bis zum 27. April an die russischen Grenze schaffen könnten.
Als wir in Kremenchuk ankamen, verbrachten wir einige Zeit auf der Brücke, die über den Fluss „Kremenchuts`ke“ geht. Es waren unglaublich schöne Minuten!

Wir zwei auf der Brücke in Kremenchuk

Die gefühlt niemals aufreißende Wolkendecke über uns, begann sich nun auch endlich etwas zu lockern und so waren wir voller Hoffnung, nach gefühlt einer Ewigkeit eventuell morgen wieder die Sonne zusehen. Und so war es auch!

Endlich konnten wir wieder unsere Sachen trocknen! :)

Wir hatten wieder die Sonnen im Rücken! Schon ein paar Tage später kamen wir in der ersten richtigen Großstadt „Poltava“ an. Von Poltava ging es weiter Richtung „Kharkiv“! Doch dies war gar nicht so einfach wie gedacht. Ca. eine Stunde fuhren wir im Kreis.  Niemand konnte uns sagen, wie wir zu fahren haben müssen. Letztendlich trafen wir einen „Hobbyradfahrer“, namens Dmitry. Wir plauderten etwas, machten Fotos und schon ging es für uns weiter Richtung Kharkiv. Uns fehlten  noch um die 140 Kilometer! Langsam wurde uns auch bewusst, dass wir nicht nur rechtzeitig zur russischen Grenze kommen, sondern eigentlich schon fast zu früh in Kharkiv ankommen. Denn laut Zeitplan sollten wir am 21. April in Kharkiv ankommen. Wir nahmen wieder Kontakt mit Valentina auf. Sie hatte nämlich gemeint, dass sie in Kharkiv jemanden kennt, der uns die Stadt zeigt und uns eine Übernachtungsmöglichkeit organisieren kann. So haben wir die letzten Tage viel mit Nikolay geschrieben, wo und wann wir uns in Kharkiv treffen. Das traumhafte Frühlingswetter begleitete uns die letzten Tage bis in die Großstadt. Ca 15km fuhren wir durch die Vorstadt, bis wir schlussendlich am Treffpunkt (Hauptbahnhof von Kharkiv) ankamen. Nun warten wir auf Nikolay...

Elias


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